Wissen entdecken

Schülerakademie

Lernen mit Spass

Forschung erleben

Die 10. Hessische Schülerakademie für die Mittelstufe fand mit Unterstützung des Beilstein-Instituts vom 18. bis 27. Juli 2021 auf Burg Fürsteneck statt.

Zehn Tage auf Burg Fürsteneck

Rund 60 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren nehmen an der jährlich stattfindenden Mittelstufen- akademie teil. Die Teilnehmer finden sich für zehn Tage in den Schulferien zusammen, um nach dem ganzheitlich ausgerichteten außerschulischen Bildungskonzept auch kursübergreifende Angebote wie Sport und Bewegung neben den Haupt- und Wahlkursen aus verschiedenen Themenbereichen wahrzunehmen.

Im Rahmen eines Gästetages präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr Ergebnisse. So können sich Eltern und Gäste ein Bild vom Akademiealltag machen.

Die Hessische Schülerakademie gibt es mit der Oberstufenakademie seit 2004. Im Jahre 2011 wurde das Angebot um eine Schülerakademie der Mittelstufe ergänzt und seitdem wird diese vom Beilstein-Institut unterstützt.

Die 10. Hessische Schülerakademie für die Mittelstufe fand vom 18. bis 27. Juli 2021 statt.

Angeboten wurden fünf Hauptkurse aus den Bereichen Chemie, Rhetorik, Wirtschaft, Neurowissenschaften und Physik. Zudem konnte an weiteren fünf Wahlkursen teilgenommen werden. Zur Wahl stand Internationale Beziehungen, Kammermusik, Mathematik, Sport und Teambuilding und Theaterimprovisation.

 

Normalität wagen

Die 10. Hessische Schülerakademie der Mittelstufe findet als Hybrid-Veranstaltung statt

 

Nachdem im vergangenen Jahr die 10. Hessische Schülerakademie der Mittelstufe pandemiebedingt ausgefallen war, wurde sie in diesem Jahr in abgewandelter Form durchgeführt. In der ersten Woche ihrer Sommerferien vom 18. bis 27. Juli nahmen 60 ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 aus ganz Hessen an der Hybrid-Akademie teil. Während die eine Hälfte auf Burg Fürsteneck in Eiterfeld Spaß hatte und lernte, war die andere Hälfte online dazu geschaltet. Nach der Hälfte der Zeit wurde gewechselt.

Trotz dieser Einschränkungen standen auch diesmal wieder spannende Themen in den fünf Hauptkursen (Chemie, Rhetorik, Wirtschaft, Neurowissenschaften und Physik) sowie in den fünf Nebenkursen (Internationale Beziehungen, Kammermusik, Mathematik, Sport und Teambuilding und Theaterimprovisation) im Vordergrund.

Aufgrund der begrenzten Besucherzahl musste der Gästenachmittag ausfallen, so dass Eltern und geladene Gäste sich nicht selbst einen Eindruck vom Forschergeist und der Kreativität der Mittelstufenschüler machen konnten.

Die angebotenen Themengebiete boten für alle Interessenlagen Tiefgründiges, Überraschendes, Neues und Aufregendes. Der Chemie-Hauptkurs widmete sich der Lebensmittelchemie und beschäftigte sich mit der Zusammensetzung unserer Nahrung und wie diese im Körper aufgeschlossen und verarbeitet wird, somit fand dieser Kurs im Grenzgebiet von Chemie (Moleküle der Nahrung) und Biologie (Stoffwechsel) statt. Auch Wege zu richtigen Ernährungsweisen kamen nicht zu kurz. Deutlich biologischer wurde es im Hauptkurs Neurowissenschaften, der sich der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns widmete. Histologisch eher ein unspektakulärer 1,4 kg schwerer Wackelpudding, vollbringt das mit Abstand komplexeste menschliche Organ Höchstleistungen. Diesen näherte sich der Kurs von der molekularen Ebene über Netzwerke und komplexe Schaltkreise an, um so Denken, Fühlen und Wahrnehmen zu begreifen. Der Physikkurs beschäftigte sich ebenfalls mit Netzwerken und Systemen, allerdings mit denen der Energieform Strom. Insbesondere konzentrierten sich die Schülerinnen und Schüler auf die Transformation der Stromerzeugung, weg von der klassisch fossilen hin zur erneuerbaren Energie. Die Komponenten und physikalischen Effekte sowie die technischen Varianten standen dabei im Vordergrund, um darauf basierend mit Modellsystemen die optimale Auslegung von Stromsystemen zu entwickeln.

Modellsysteme und Finanz-Kreisläufe spielten auch im Wirtschaftskurs „Finanzen und Nachhaltigkeit“ eine sehr realitätsbezogene Rolle. Neben der Frage, woher das Geld kommt, das für Reisen oder die Erfüllung von Träumen ausgegeben wird, ging es auch um die Definition des Geldwertes, darum wie Geldkreisläufe funktionieren und wie das Wirtschaften von morgen nachhaltig ermöglicht werden kann. Alle guten Argumente nützen nichts, wenn man sie nicht überzeugend vertreten kann. Der Hauptkurs Debattieren behandelte, wie theoretisch und praktisch Gedanken sortiert, das Auftreten verbessert und der Umgang mit einer Gegenrede begegnet werden kann. Die Schülerinnen und Schüler übten mit zahlreichen Debatten und intensiver erhaltener Rückmeldung, überzeugend reden zu lernen.

Als geistiger Ausgleich zu den Hauptkursen fungierten die Nebenkurse, die traditionell im künstlerisch-musischen Bereich angesiedelt sind, wie zum Beispiel Theaterimprovisation, in der spontan Geschichten erfunden und gespielt wurden, Sport und Teambuilding, wo sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam bewegten, herausforderten, gegenseitig anfeuerten und den Ausgleich suchten. Der Nebenkurs Kammermusik erkundete den Klang einer Burg; Eindrücke und Emotionen, die das Bauwerk hervorriefen, wurden eingefangen, in Noten festgehalten und in Musik verwandelt. Praxisbezogen präsentierte sich der Nebenkurs Internationale Beziehungen. Hier wurden die verschiedenen Akteure auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, die Arbeitsweise internationaler Organisationen und ganz allgemein die Rolle der Diplomatie im Netzwerk der Staatengemeinschaft betrachtet. Mathematik bildete in den vorherigen Jahren immer einen Hauptkurs. In diesem Jahr war sie Thema eines Nebenkurses, der mathematisches Denken mit Google-Suchen verglich. Die Spielwiese war das Nebeneinander von Mathematik und Computeralgorithmen. Wo waren die Zusammenhänge, wieviel mehr als Rechnen ist Mathematik?, fragten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Nebenkurses.

Insgesamt wagte die Mittelstufen-Akademie etwas Normalität angesichts der vielen organisatorischen Unsicherheiten während der Corona-Pandemie, und dies ist der Akademieleitung um Benedikt Weygandt und Maximilian Moll sicherlich gut gelungen. Alle sind sich darin einig, dass die gemeinsame Erfahrung auf Burg Fürstenfeld und online ein unvergessliches Erlebnis für die Teenager war.

Impressionen 2019

img_20190709_152742547_20190710-153930.jpg

Video "Hessische Schülerakademie: Lernen gegen den Strom zu schwimmen" (© FAZ.NET)

Die Hessische Schülerakademie wird gefördert von

Logo BI