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Schülerakademie

Lernen mit Spass

Forschung erleben

Zehn Tage auf Burg fürsteneck

Rund 60 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren nehmen an der jährlich stattfindenden Mittelstufen- akademie teil. Die Teilnehmer finden sich für zehn Tage in den Schulferien zusammen, um nach dem ganzheitlich ausgerichteten außerschulischen Bildungskonzept auch kursübergreifende Angebote wie Sport und Bewegung neben den Haupt- und Wahlkursen aus verschiedenen Themenbereichen wahrzunehmen.

Im Rahmen eines Gästetages präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr Ergebnisse. So können sich Eltern und Gäste ein Bild vom Akademiealltag machen.

Die Hessische Schülerakademie findet seit 2004 statt und wird seit 2011 vom Beilstein-Institut unterstützt. Bis 2010 richtete sich die Veranstaltung  ausschließlich an Schüler und Schülerinnen der Oberstufe. Im Jahr 2011 wurde das Angebot um eine Schülerakademie für die Mittelstufe ergänzt.

Die 8. Hessische Schülerakademie für die Mittelstufe fand vom 24. Juni bis 3. Juli 2018 statt. Angeboten wurden fünf Hauptkurse aus den Bereichen Biologie, Chemie, Mathematik, Kunst und Kultur sowie Physik. Zudem konnte an zwei Wahlkursen teilgenommen werden. Zur Wahl stand Bildende Kunst: Stencil Art, eine Chorwerkstatt, Geisteswissenschaften: Debattieren, Musik: Von Löwen und Piraten – Kammermusik, sowie Sport und Bewegung: Wie uns die Zeit bewegt – wie wir die Zeit bewegen.

 

Von Jungforschern und Kreativen

Gästenachmittag der 8. Hessischen Schülerakademie der Mittelstufe

 

Zum achten Mal seit ihrer Gründung 2011 fand die Hessische Schülerakademie der Mittelstufe mit finanzieller Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums und des Beilstein-Instituts auf Burg Fürsteneck in Eiterfeld statt. Und zum achten Mal präsentierten die rund 60 Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeiten am gestrigen Gästenachmittag ihren Angehörigen. Aus den angebotenen fünf Hauptkursen der Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Mathematik und Physik) und Kunst und Kultur hatten sich die Schülerinnen und Schüler jeweils einen Kurs ausgesucht und in die anspruchsvollen Themen vertieft.

Der Biologiekurs entführte die Kursteilnehmer in die digitale Expedition ins Tierreich. Auf den Spuren von Heinz Sielmann erforschten sie, bewaffnet mit Tablets und freilandbiologischem Exkursionsmaterial Lebens- und Verhaltensweisen von Tieren rund um die Burg und fassten ihre Ergebnisse in aufwändig selbst-produzierten Videos zusammen. Höhepunkt des Kurses war es natürlich, den Eltern diese Filme, aber auch Plakate und Bilder zu präsentieren. Der Chemiekurs beschäftigte sich mit der Alltagschemie. Schmier- und Treibstoffe, Farben, Kunststoffe, Kosmetika und Medikamente und vieles mehr finden ihren Ursprung im Rohstoff Rohöl, dessen Bestandteile nach Destillation die Schüler kennenlernten. Als weiteres großes Thema bearbeitete der Kurs Herkunft, Verursachung, Effekt und Abbau von Treibhausgasen. Im Physikkurs widmeten sich die Schülerinnen und Schüler dem Problem einen Roboterarm in allen drei Dimensionen unfallfrei anzusteuern, ihn Gegenstände greifen zu lassen und sogar am Xylophon definierte Melodien spielen zu lassen. Dem Spiel ging jedoch harte trigonometrische Vorarbeit voraus, denn Winkelbestimmungen und Umrechnungen sowie die Bewegung im Koordinatensystem waren Voraussetzungen, um Bewegungssequenzen zu verstehen und zu programmieren. Der Mathematikkurs beschäftigte sich mit einem Alltagsproblem: Vertrauen und die Entwicklung desselben. Dieses psychologische Problem lässt sich mit Hilfe der Spieltheorie mathematisch erfassen – und auch noch so gut, dass schnell das Spiel- (und Gewinn-)Prinzip von Schnick-Schnack-Schnuck erfassbar und gewinnbar wird.

Die Spieltheorie versucht aber auch andere Verhaltensweisen, insbesondere das Streben nach dem persönlichen Vorteil im Bieterwettbewerb zu erfassen. Aber trotz alle dem verhalten wir Menschen uns oft genug mathematisch „unlogisch" und zum eigenen Vorteil. Warum? – auch das wurde untersucht.

Im einzigen Kunst- und Kultur-Hauptkurs erfuhren die Teilnehmer am eigenen Leib persönliche Zustände, aber auch abstrakte Situationen bspw. in Staaten, performativ umzusetzen. Mit Installationen, Tanz, Theater, Bildern und Dialogen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit neuen Arten von Ausdrücken auseinander.

Den geistigen Ausgleich zu den Hauptkursen boten die Wahlkurse zu den Themen Bewegungskünste, Chor, Debattieren, Kammermusik und Stencil Art. Jeweils zwei Wahlkurse standen den Schülerinnen und Schülern offen um sich neu auszuprobieren und ihrer Kreativität im besten Sinne freien Lauf zu lassen. Im Chor- und Kammermusik-Kurs hatten sich die Mädchen und Jungen in kürzester Zeit zu klingenden Ensembles zusammengefunden – bei der nicht planbaren Auswahl an vorhandenen Stimmen und Instrumenten kein leichtes Unterfangen, was auch große Ansprüche ans Repertoire stellte. Im Debattier-„Club" erprobten sich die Teilnehmer in rhetorisch geschliffenen Auseinandersetzungen in Rede- und Gegenrede, im Einsatz von schlagkräftigen Argumenten, aber auch im spontanen Einwurf von Gegenargumenten. Wie präsentiere ich mich selbst, wenn ich rede, wohin schaue ich beim Reden und wie beziehe ich mein Publikum ein? Dies waren Fragen, die darüber hinaus mit Erfolg beantwortet und umgesetzt wurden. Stencil-Art ist – sehr verkürzt gesagt - Graffiti mit Schablonen und Sprühdose, ist aber auch ein Sub-Genre der Street Art, die viele berühmte Künstler hervorgebracht hat. Vor dem Ruhm steht jedoch der Schweiß und somit lernten die Teilnehmer nicht nur die richtige Haltung der Sprühdose zum Untergrund (hier Papier), sondern auch die Auswahl der Objekte und die Anfertigung von Schablonen.

Insgesamt erwiesen sich die Schülerinnen und Schüler als wissbegierige, jungforschende Kreative, denen die Kursleiter häufig genug nur mühsam Grenzen setzen konnten. Ein Kompliment an die Veranstalter und die Mädchen und Jungen!

Impressionen

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Die Hessische Schülerakademie wird gefördert von

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