Funktionalisierte Polymere im Beilstein Journal of Organic Chemistry

 

Neue Themenreihe über Synthese und Anwendungen

"Functionalized polymers: synthesis and properties" ist der Titel der neuen Themenreihe im Beilstein Journal of Organic Chemistry. Der Redakteur dieser Serie ist Professor Helmut Ritter von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit Beiträgen einer internationalen Gruppe von Experten. Die Zahl der veröffentlichten Artikel wird während der kommenden Monate anwachsen.

Werkstoffe, die im Alltag verwendet werden, haben einen immensen Einfluss auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Während der Stein- und Eisenzeit stellten die Menschen ihre Werkzeuge vorwiegend aus Steinen oder Eisen her. In der heutigen Zeit decken vor allem Polymere und Kunststoffe unseren sich schnell entwickelnden täglichen Bedarf ab und bieten ein enormes Potenzial für die Entwicklung neuer Technologien. Konstruktive Werkstoffe zum Beispiel werden bevorzugt aus gängigen Kunststoffen wie Polyolefine, Polyester oder Polyamiden hergestellt. Es ist daher offensichtlich, dass die Zukunft der Polymerchemie durch die Herstellung von neuen funktionellen Polymeren beeinflusst wird. Die ersten synthetischen Materialien gelangten zur Anwendung, indem natürliche Polymere wie Cellulose oder Polyisopren chemisch so verändert wurden, zum Beispiel durch Veresterung oder molekulare Vernetzung, dass sie die gewünschten Eigenschaften erhielten. Hermann Staudinger zum Beispiel veränderte Stärke chemisch, um die Existenz hochmolekularer Stoffe nachzuweisen. Heutzutage gewinnt die Entwicklung verschiedener funktionaler Polymere für bestimmte Anwendungsbereiche zunehmend an Bedeutung.

Im Bereich der technischen Anwendungen sind funktionelle Polymere wichtig, zum Beispiel in den Bereichen Optik, Elektronik oder der Katalyse. Ihr Einsatz ist auch verbreitet für Analysengeräte (z. B. Säulen für die Chromatographie), für Membranen und zur Festphasensynthese von Peptiden und Oligonukleotiden.

Im sich ständig weiter entwickelnden medizinischen Bereich können nur speziell ausgearbeitete funktionelle Polymer-Materialien die spezifischen Anforderungen je nach Bedarf erfüllen. Zu den verwendeten Materialien zählen zum Beispiel chirurgisches Nahtmaterial, Zahnfüllungen, Wundauflagen, Knochenzemente und Hohlfasern für die Dialyse. Diese Materialien bestehen typischerweise aus Hydrogelen und reizreaktiven Polymeren, die auch für die Augenchirurgie von Bedeutung sind.

Diese Thematische Serie hat das Ziel, ein breites Spektrum von Artikeln über funktionalisierte Polymere zu publizieren, um den aktuellen Kenntnissstand in diesem Bereich darzustellen.

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